§ 31 Zustimmung der Ausländerbehörde zur Visumerteilung
Dieser Text wurde in einfache Sprache (B1-Niveau) umgeschrieben. Er ersetzt nicht die amtliche Fassung des Gesetzes.
Für manche Visa muss die Ausländerbehörde (die lokale Behörde am geplanten Wohnort) vorher zustimmen.
Wann braucht dein Visum eine Zustimmung?
Du brauchst die Zustimmung der Ausländerbehörde, wenn:
- Du dich länger als 90 Tage in Deutschland aufhalten willst – und zwar nicht für Ausbildung oder Arbeit (sondern für andere Zwecke).
- Du in Deutschland selbständig arbeiten willst.
- Du in Deutschland eine Beschäftigung nach bestimmten Regeln ausüben willst (§ 19c Abs. 3 AufenthG).
- Du eine sonstige Beschäftigung ausüben willst und dich vorher mit einer Duldung oder Aufenthaltsgestattung in Deutschland aufgehalten hast. Das gilt auch, wenn gegen dich aufenthaltsbeendende Maßnahmen ergriffen wurden.
- Das gilt auch für Forschung (§ 18d AufenthG), Studium und Ausbildung (§§ 16a, 16b, 16d, 16e, 16f AufenthG), Ausbildungsplatzsuche (§ 17 AufenthG) und die Chancenkarte (§ 20a AufenthG) – wenn du dich vorher mit Duldung in Deutschland aufgehalten hast.
- Du eine Beschäftigung nach § 14 Abs. 1a BeschV ausüben willst und einen Sonderfall geltend machst.
- Du einen Schulbesuch (§ 16f Abs. 2 AufenthG) planst.
- Deine Daten aus Sicherheitsgründen geprüft werden müssen (§ 73 Abs. 1 AufenthG).
Ausnahme für Familien:
Das Visum deines Ehepartners, Lebenspartners oder deiner minderjährigen Kinder braucht in der Regel keine Zustimmung, wenn:
- Dein eigenes Visum keine Zustimmung braucht
- Ihr die Visumanträge zeitnah stellt
- Die Ehe oder Lebenspartnerschaft bei deiner Visumbeantragung bereits besteht
Bei Sicherheitsprüfung:
Wenn es um eine Sicherheitsprüfung geht, gilt die Zustimmung als erteilt, wenn die Ausländerbehörde nicht innerhalb von 10 Tagen widerspricht.
(1) Ein Visum bedarf der vorherigen Zustimmung der für den vorgesehenen Aufenthaltsort zuständigen Ausländerbehörde, wenn
- 1.der Ausländer sich zu anderen Zwecken als zur Ausbildung nach Kapitel 2 Abschnitt 3 des Aufenthaltsgesetzes oder zur Erwerbstätigkeit nach Kapitel 2 Abschnitt 4 des Aufenthaltsgesetzes länger als 90 Tage im Bundesgebiet aufhalten will,
- 2.der Ausländer
- a)im Bundesgebiet eine selbständige Tätigkeit ausüben will,
- b)im Bundesgebiet eine Beschäftigung nach § 19c Absatz 3 des Aufenthaltsgesetzes ausüben will,
- c)im Bundesgebiet
aa) eine sonstige Beschäftigung ausüben will, bb) mit einem Aufenthaltstitel nach § 18d des Aufenthaltsgesetzes forschen will, cc) mit einem Aufenthaltstitel nach §§ 16a, 16b, 16d, 16e oder 16f Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes die jeweils zulässigen Aufenthaltszwecke verfolgen will, oder dd) mit einem Aufenthaltstitel nach § 17 des Aufenthaltsgesetzes einen Ausbildungs- oder Studienplatz suchen oder sich mit einer Chancenkarte nach § 20a des Aufenthaltsgesetzes aufhalten will, und wenn er sich bereits zuvor auf der Grundlage einer Duldung oder einer Aufenthaltsgestattung im Bundesgebiet aufgehalten hat oder wenn gegen ihn aufenthaltsbeendende Maßnahmen erfolgt sind, d) im Bundesgebiet eine Beschäftigung gemäß § 14 Absatz 1a der Beschäftigungsverordnung ausüben will und dabei einen Fall des § 14 Absatz 1a Satz 2 der Beschäftigungsverordnung geltend macht, e) im Bundesgebiet einen Schulbesuch nach § 16f Absatz 2 des Aufenthaltsgesetzes beabsichtigt, oder
- 3.die Daten des Ausländers nach § 73 Absatz 1 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes an die Sicherheitsbehörden übermittelt werden, soweit das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat die Zustimmungsbedürftigkeit unter Berücksichtigung der aktuellen Sicherheitslage angeordnet hat. Das Visum des Ehegatten oder Lebenspartners und der minderjährigen Kinder eines Ausländers, der eine sonstige Beschäftigung ausüben oder mit einem Aufenthaltstitel nach § 18d des Aufenthaltsgesetzes forschen will, bedarf in der Regel nicht der Zustimmung der Ausländerbehörde, wenn 1. das Visum des Ausländers nicht der Zustimmungspflicht der Ausländerbehörde nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe c Doppelbuchstabe aa oder bb unterliegt,
- 2.das Visum des Ehegatten oder Lebenspartners nicht selbst der Zustimmungspflicht der Ausländerbehörde nach Satz 1 Nummer 2 unterliegt,
- 3.die Visumanträge in zeitlichem Zusammenhang gestellt werden und
- 4.die Ehe oder Lebenspartnerschaft bereits bei der Visumbeantragung des Ausländers besteht. Im Fall des Satzes 1 Nr. 3 gilt die Zustimmung als erteilt, wenn nicht die Ausländerbehörde der Erteilung des Visums binnen zehn Tagen nach Übermittlung der Daten des Visumantrages an sie widerspricht oder die Ausländerbehörde im Einzelfall innerhalb dieses Zeitraums der Auslandsvertretung mitgeteilt hat, dass die Prüfung nicht innerhalb dieser Frist abgeschlossen wird. Dasselbe gilt im Fall eines Ausländers, der 1. eine sonstige Beschäftigung ausüben oder mit einem Aufenthaltstitel nach § 18d des Aufenthaltsgesetzes forschen will, und seiner Familienangehörigen nach Satz 2, oder
- 2.die Voraussetzungen nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe c Doppelbuchstabe bb, cc oder dd erfüllt, wenn das Visum nur auf Grund eines Voraufenthalts im Sinne von Satz 1 Nummer 2 Buchstabe c der Zustimmung der Ausländerbehörde bedarf und das Visum nicht nach anderen Bestimmungen zustimmungsfrei ist.
(2) Wird der Aufenthalt des Ausländers von einer öffentlichen Stelle mit Sitz im Bundesgebiet vermittelt, kann die Zustimmung zur Visumerteilung auch von der Ausländerbehörde erteilt werden, die für den Sitz der vermittelnden Stelle zuständig ist. Im Visum ist ein Hinweis auf diese Vorschrift aufzunehmen und die Ausländerbehörde zu bezeichnen.
(3) Die Ausländerbehörde kann insbesondere im Fall eines Anspruchs auf Erteilung eines Aufenthaltstitels, eines öffentlichen Interesses, in den Fällen der §§ 18a, 18b, 18c Absatz 3, §§ 19, 19b, 19c oder 21 des Aufenthaltsgesetzes, in denen auf Grund von Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 eine Zustimmung der Ausländerbehörde vorgesehen ist, oder in dringenden Fällen der Visumerteilung vor der Beantragung des Visums bei der Auslandsvertretung zustimmen (Vorabzustimmung).
(4) In den Fällen des § 81a des Aufenthaltsgesetzes ist für die Erteilung der nach § 81a Absatz 3 Satz 1 Nummer 6 des Aufenthaltsgesetzes erforderlichen Vorabzustimmung die Ausländerbehörde zuständig, die für den Ort der Betriebsstätte zuständig ist, an der der Ausländer beschäftigt werden soll.